Derbysieg der 1. Mannschaft gegen Schnabelwaid

Zum Nachbarschaftsderby gegen Schnabelwaid war der anpfiff-Reporter Thomas Nietner vor Ort und berichtete live vom Spiel. Hier ist sein Bericht zum Nachlesen.

Maximilian Held macht den Unterschied aus!

von Thomas Nietner

Eine faustdicke Überraschung packte der Schnabelwaider Coach Andreas Schwedler vor der Partie aus: Im Sturm begann der 48-jährige Gerald Schreiber zusammen mit Sohnemann Maximilian. Der Spielleiter hatte zuletzt vor knapp zwei Jahren in der Ersten Mannschaft gespielt und feierte jetzt noch einmal ein überraschendes Comeback. Und dass obwohl der Spielertrainer der Gäste ansonsten „Volle Hütte“ vermelden konnte. „Ich hatte da so eine Eingebung“, wettete der FSV-Coach darauf, dass sein Spielleiter heute ein Tor macht und brachte den Routinier von Beginn an. Dagegen nicht dabei: Die beiden verletzten Andreas Angerer sowie Robin Neubauer und Häuslebauer Stefan Pafla, der erst in den nächsten Wochen wieder ins Training einsteigt. Bei den Gastgebern sah es personell aber auch ganz gut aus: Bis auf die beiden Studenten Matthias Ogasa und Marco de Lucia sowie die beiden Handballer Steffen Berghammer und Tim Herrmannsdörfer waren alle Akteure an Bord. Von klarer Favoritenstellung wollte SG-Coach Alex Süß aber dennoch nicht sprechen: „Gegen Schnabelwaid haben wir letztes Jahr immerhin beide Spiele verloren.“ Änderungen in der Ausrichtung der Heimelf hatten die beiden Vorjahrespleiten aber nicht zur Folge. Lediglich der Spielertrainer selbst agierte statt auf der Sechs in der Innenverteidigung, um seiner Hintermannschaft mehr Stabilität zu verleihen.

Gerald Schreiber trifft tatsächlich!

Die Gastgeber waren bemüht, von Beginn an das Spiel zu machen, was auf dem kleinen Spielfeld nicht immer leicht war. Immer wieder suchte man Torjäger Maximilian Held auf der linken Seite. Doch der 23-Jährige hatte mit Patrick Schmida einen „Kettenhund“, der ihn auf Schritt und Tritt folgte. Die ersten Torannäherungen entsprangen daher meist Standardsituationen. Auf der Gegenseite verzeichnete Gerald Schreiber die erste gute Möglichkeit des Spiels, doch Schlussmann Christopher Schüssel war auf dem Posten. Bei seiner Rettungsaktion verletzte sich der Trockauer Keeper, konnte aber nach einer Behandlungspause weiterspielen. Weitere Torchancen blieben in der Anfangsphase ansonsten Mangelware. Das lag insbesondere daran, dass durch viele Fouls nie ein richtiger Spielfluss zustande kommen wollte. Beide Teams kamen mit jeweils unterschiedlichen Ansätzen nicht zum Abschluss: Während Trockau es meist mit geordnetem Spielaufbau versuchte, aber zu wenig Anspielstationen hatte, setzten die Gäste meist auf lange Bälle. Diese waren jedoch eine sichere Beute der aufmerksamen SG-Abwehr. Beide Ansätze erwiesen sich daher noch nicht als das richtige Mittel. Also musste wieder einmal Maximilian Held ran: Der SG-Torjäger startete auf der linken Seite zu einem Solo, zog mit Tempo nach innen und ließ sich dabei selbst von einer Schmida-Grätsche nicht stoppen. Die Folge: Das Führungstor für die Heimelf. Doch lange hatte die Führung nicht Bestand, denn nur wenige Minuten später konnten die Gäste ausgleichen. Mit freundlicher Mithilfe der Gastgeber allerdings: SG-Keeper Christopher Schüssel spielte einen Ball zu kurz und direkt in die Beine von Gerald Schreiber. Der Routinier sagte Danke und lupfte den Ball über den Schlussmann. Andreas Schwedler hatte mit seiner Vorahnung also tatsächlich Recht behalten. Erster Gratulant: Natürlich Sohnemann Maximilian! Dass es in einer nunmehr ausgeglichener Partie nicht mit einem Remis in die Halbzeit ging, hatte auch wieder einen Grund: Maximilian Held. Der Torjäger war von FSV-Verteidiger Marco Färber nur durch ein Foul im Strafraum zu stoppen. Doch war es überhaupt ein Foulspiel? „Held macht das clever. Er ist einfach gegen mich gerannt“, so der Schnabelwaider zu der Elfmeterentscheidung. Spielertrainer Alexander Süß ließ sich die Chance natürlich nicht nehmen und traf vom Elfmeterpunkt. Nur wenig später fehlte nicht viel und Gerald Schreiber hätte seinen zweiten Treffer erzielt, doch bei einer Opitz-Flanke geriet der Routinier in Rücklage, so dass der Ball über das Tor ging. Pech denn vor der Pause gelang den Gastgebern noch das vorentscheidende 3:1 durch Andreas Schmitt. Ausgangspunkt: Klar, Maximilian Held. Zum wiederholten Male narrte der Angreifer dabei Gegenspieler Patrick Schmida, brachte die Flanke rein, so dass der Torschütze den Ball nur noch über die Torlinie befördern musste.

Held entscheidet die Partie

Für Schnabelwaid wurde es daher nach dem Seitenwechsel schwer. Nicht nur weil man gegen den Trockauer Torjäger kein geeignetes Mittel fand, seine Kreise einzuengen, sondern auch weil Gerald Schreiber in der Kabine blieb. „Mit 48 Jahren zählt man halt doch nicht mehr zu den Jüngsten“, begründete der Spielleiter seine Auswechslung und ärgerte sich aber über seine vergebenen Torchancen: „Ich hätte noch zwei Tore machen müssen.“ Das machte eben den Unterschied zwischen beiden Mannschaften aus: Trockau machte seine Kisten, Schnabelwaid halt nicht. Nach dem Seitenwechsel drängte die Heimelf auf die Entscheidung und suchte immer wieder den Abschluss. Aber auch die Gäste blieben weiter gefährlich: Maximilian Schreiber mit dem Drehschuss in der 66. Spielminute, der jedoch knapp über das Trockauer Gehäuse strich. SG-Spielertrainer Alex Süß gefiel das natürlich gar nicht und forderte seine Elf auf, wieder mehr nach hinten zu arbeiten: „Nicht vorne stehen bleiben!“ Am Anschlusstreffer, der nur kurz darauf fallen sollte, konnte seine Offensivabteilung jedoch wenig, vielmehr Schlussmann Christopher Schüssel. Der Keeper stand bei einem Freistoß von Andreas Schwedler zu weit in der Mitte, so dass der Schlenzer des Schnabelwaiders im Torwarteck einschlagen konnte. Ein Stellungsfehler des Trockauer Torwarts. Die Gäste waren also wieder dran und warfen noch einmal alles in die Waagschale. Manchmal aber auch zu viel des Guten, denn in der Schlussphase war Schiedsrichter Walter Hübner des Öfteren gefordert. Alleine sieben der neun Gelben Karten verteilte der Unparteiische in der letzten halben Stunde. Hätte der Schiedsrichter nicht oft ein Auge zugedrückt, wäre sicherlich der eine oder andere Akteur frühzeitig zum Duschen marschiert. „Da habe ich oft Gnade vor Recht walten lassen. Normal macht nicht jeder das Spiel zu Ende“, so der Mistelgauer nach der Partie, die der überragende Maximilian Held sieben Minute vor dem Ende entschied. Mit seinem zweiten Treffer machte der Trockauer schließlich in der 83. Spielminute alles klar. Aber was für ein Bock von Michael Geissler zuvor, der sich meist hinter die Viererkette fallen ließ und eine Art Libero spielte. Der Abstoß des Gästeverteidigers landete direkt vor den Füßen von Maximilian Hümmer, der Maximilian Held daraufhin mit einer mustergültigen Flanke bediente. Der Trockauer bewies dabei seine Vielseitigkeit als Torjäger und köpfte den Ball ein. Das Ergebnis hätte sogar noch höher ausfallen können, doch ausgerechnet Spielertrainer Alexander Süß verballerte kurz vor dem Ende noch einen Foulelfmeter. „Ich wollte ihn in den Torwinkel schießen“, so der ehemalige Saaser zu seinem Fehlschuss, der schließlich über das Tor ging. Wer war zuvor von Patrick Schmida gefoult worden? Klar: Maximilian Held!

Trockau beißt sich vorne fest

Durch den Dreier beißt sich die Süß-Elf in der Spitzengruppe fest und wird offenbar der Einschätzung der Konkurrenz gerecht. Ob die Trockauer wirklich schon reif für ganz oben sind, wird sich in den nächsten beiden Wochen zeigen. Denn dann geht es gegen Tabellenführer SG Mistelbach/Gesees und Topfavorit SV Seybothenreuth. Macht Maximilian Held dann wieder den Unterschied aus? Die Gäste aus Schnabelwaid fanden an diesem Tag jedenfalls kein Mittel gegen den Stürmer. „Den kannst du nicht ausschalten. Maxi Held ist ein Ausnahmespieler in der Liga“, zog auch Andreas Schwedler nach der Partie den Huf vor der Leistung des Trockauers. Die FSV-Elf hängt durch die Pleite erst einmal im Mittelfeld fest. Von mehr möchte Andreas Schwedler auch gar nicht reden: „Das ist gar nicht unser Anspruch.“ In der kommenden Woche geht es gegen die Kirchenlaibacher Reserve. Dann aber wohl ohne Gerald Schreiber. Der wollte schließlich nur noch einmal mit Sohnemann Maximilian zusammenspielen.

SG Trockau: Schüssel 4,0, Schmitt J. 3,0, Brendel T. 3,0, Böhmer 3,0, Süß 2,5, Körber K. 2,5, Bauernschmitt 2,0, Held 1,0, Gradl L. 3,0, Schmitt A. 2,5, Karbstein 3,0 / Arnold, Schmitt M. (90.), Grüner 3,0 (62.), Hümmer 2,0 (74.)

FSV Schnabelwaid: Wölfel 3,0, Schmida 4,0, Meier 3,0, Färber M. 3,0, Geissler M. 3,0, Krahl 3,0, Schwedler 2,5, Opitz M. 3,0, Dotzauer 3,0, Schreiber 2,0, Schreiber 2,0 / Angerer D., Hauenstein 3,0 (72.), Sauer 3,0

(25.), Hellebrand 3,0 (46.)

Tore: 1:0 Held (28.), 1:1 Schreiber (32.), 2:1 Süß, Foulelfmeter (41., Held), 3:1 Schmitt A. (45., Held), 3:2 Schwedler (68.), 4:2 Held (83., Hümmer)

Gelbe Karten: Körber K. – Foulspiel (56.), Böhmer – Foulspiel (71.), Grüner – Foulspiel (76.),  Schmitt J. –

Foulspiel (82.) / Schwedler – Foulspiel (20.), Sauer – Foulspiel (78.), Meier – Foulspiel (81.), Schmida – Foulspiel

(85.), Dotzauer – Foulspiel (90.) | Gelb-rote Karten: – / – | Rote Karten: – / –

Zuschauer: 148 | Schiedsrichter: Walter Hübner (SV Mistelgau e.V.) 1,0

 

 

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