Elfmeter entscheidet Topspiel

Elfmeter entscheidet Topspiel

Der SV Seybothenreuth übernimmt nach langer Durststrecke dank eines 1:0-Erfolgs im Topspiel gegen die SG Trockau mal wieder die alleinige Tabellenführung. In einer recht einseitigen Partie war die Zekic-Elf im gesamten Spiel die überlegenere Mannschaft, Torchancen waren jedoch Mangelware. Ein umstrittener Elfmeter entschied letztendlich die Begegnung und sorgte nach dem Schlusspfiff für Diskussionen.

Aus Seybothenreuth berichtet Thomas Nietner für anpfiff.info

Das Spitzenspiel kam für die Gäste zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. Ausgerechnet im Duell mit dem punktgleichen Hauptkonkurrenten um den Aufstieg plagten Spielertrainer Alexander Süß personelle Sorgen: Andeas Karbstein, Lukas Gradl, Andreas Schmidt, Maximilian Hümmer und Raphael Schneider mussten passen. „Vorne fehlt quasi alles“, so der Trockauer, dessen Hoffnungen somit einmal mehr auf Torjäger Maxi Held ruhten. In der Favoritenrolle sahen sich die offensivstarken Gäste daher keineswegs: „Wenn wir komplett wären, wäre ein Sieg drin. Aber so wäre ich auch mit einem Punkt zufrieden.“ In der Vorwoche präsentierte man sich jedoch in guter Form und schlug die Mistelbacher Reserve mit 6:2. Aber auch die Gastgeber hatten zwei schwere Ausfälle zu verkraften: Daniel Fischer humpelte nach Kreuzbandriss mit Krücken auf dem Sportplatz herum und auch Faried Ismail stand mit Bänderriss nicht zur Verfügung. Kurzfristig musste dann auch noch SV-Spielertrainer Elvir Zekic entgegen der ursprünglichen Planung selbst ran: Thomas Küfner musste nach dem Aufwärmen passen, das Knie machte nicht mit. „Das ist heute unsere erste echte Bewährungsprobe“, so Elvir Zekic. Und wie stoppt man Torjäger Maxi Held? „Zusammen! Wir müssen da natürlich sofort dran sein“, wußte der Seybothenreuther um die Torgefährlichkeit des Trockauers Torjägers.

Seybothenreuth überlegen, aber ohne zwingende Chancen

„Aber erst einmal müssen wir selbst ins Spiel kommen“, legte Elvir Zekic das Augenmerk erst einmal auf das eigene Spiel seiner Mannschaft. Das gelang den Gastgebern auch ganz ordentlich. Von Beginn an übernahmen die Weiß-Violetten das Spielgeschehen und ließen den Ball gegen einen tiefstehenden Gegner in ihren Reihen zirkulieren. Nur die Lücke in der Gästeabwehr fand sich nicht. Bis zum Strafraum sah das Kombinationsspiel der Heimelf ganz gefällig aus, doch am Sechszehner war man mit seinem Latein am Ende. „Da haben wir zu kompliziert gespielt. Da fehlte uns einfach auch die Durchschlagskraft“, analysierte Elvir Zekic nach der Partie die weitgehende Harmlosigkeit seiner Mannschaft vor dem Gästetor. Die Trockauer verteidigten geschickt, machten die Räume rund um den Strafraum eng und ließen dann wenn nur Fernschüsse zu. Hinter die Abwehr kamen die Hausherren dagegen nie, was auch daran lag, dass die Seybothenreuhter es zu selten über die Außen probierten. Oft wählten sie den langen Ball ins Zentrum oder versuchten sich durch dieses zu kombinieren. Gegen die vielbeinige und von Alexander Süß gut organisierte Gästeabwehr war dies aber kein probates Mittel, um zum Torabschluss zu kommen. Trotz der Überlegenheit und mehr Spielanteilen stand es also weiterhin 0:0. Und was machte Trockau? Die Gäste hatten schon Probleme, sich aus der eigenen Hälfte zu befreien und verloren nach Ballgewinn das Spielgerät recht schnell wieder. „Wir haben ja keinen Ball hinten rausbekommen“, sprach Alexander Süß nach der Partie von Problemen im Spielaufbau. Leidtragender war natürlich die Offensive der Trockauer, die sich alleine aus Maximilian Held zusammensetzte, der über weite Strecken vergeblich auf Bälle aus dem Mittelfeld wartete. So fehlte natürlich auch die Entlastung nach vorne. Die erste Chance hatten sie dann aber doch: Nach einem feinem Pass von Markus Eckert traf Maximilian Held aber nur das Außennetz. Vor der ersten Trinkpause dann die zweite Gästechance: Alexander Süß setzte einen Freistoß aus 25 Metern aber knapp neben den linken Pfosten. „“Die Ausfälle vorne merkt man natürlich“, so SG-Vorstand Josef Held: „Nur lange Bälle auf Maxi sind zu wenig.“ Denn das sollte es für diesen Tag auch schon mit den Angriffsbemühungen der Trockauer gewesen sein. Vielmehr kam von der Süß-Elf nicht. Da sich aber auch die weiter überlegenen Gastgeber keine nennenswerten Torchancen bis zur Halbzeit erspielen konnte, ging es torlos in die Pause.

Elfermeter entscheidet Partie

Auch nach dem Seitenwechsel weiter das gewohnte Bild: Seybothenreuth drückt und Trockau verteidigt. Zumindest das taten die Süß-Schützlinge aber ganz gut. Allen voran der Spielertrainer und Verteidiger Daniel Bauernschmitt standen sicher und ließen gegen anstürmende Gastgeber, die nun langsam den Druck stetig erhöhten, wenig zu. Nach vorne fehlte aber jegliche Entlastung. Die Bälle wurden meist weit geschlagen, kam jedoch postwendend wieder zurück. Doch solange die Null stand, konnten die Gäste mit dem Ergebnis und dem Spielverlauf leben. Als der Ball dann doch einmal den Weg in das Tor der Trockauer fand, entschied der Unparteiische auf Abseits. Der erste Aufreger aus Sicht der Hausherren, die das naturgemäß anders sahen. Und auch wenig später, als Ivalyo Kamenov im Strafraum zu Fall kam, blieb der Pfiff des Schiedsrichters – wohl zurecht – aus. Doch die Situationen verdeutlichten, dass der Druck auf die Rot-Schwarzen stetig anwuchs. Oftmals stellt ein einziger Konter solche Spiele auf den Kopf: In dieser Begegnung aber nicht. Maximilian Held mühte sich alleine auf weiter Front, aber gegen die zahlenmäßig überlegenen Seybothenreuther Hintermannschaft konnte auch der Toptorschütze nichts ausrichten. Als dann schon alles auf ein torloses Unentschieden hinauslief, sorgte schließlich ein Pfiff des Unparteiischen erst für Aufregung und dann für die Entscheidung. Ein hohes Bein von Daniel Bauernschmitt gegen den umtriebigen Johannes Völkl wertete der Schiedsrichter als gefährliches Spiel im Strafraum und zeigte zum Entsetzen der Trockauer auf den Elfmeterpunkt. Und damit noch nicht genug: Der Verteidiger sah auch noch die gelb-rote Karte! „So ein Witz“, hatte Alexander Süß eine klare Meinung zu der umstrittenen Entscheidung: „Und dann auch noch die gelb-rote Karte – völliger Quatsch!“ Auch Daniel Bauernschmitt konnte die Entscheidung nicht nachvollziehen. Johannes Völkl dagegen schon eher: „Den kann man geben. Der Fuß ist oben, als ich mit dem Kopf hingehe.“ Maximilian Ludwig war es gleich, er verwandelte trocken zur Führung und letztendlich zum Sieg, denn auch die Schlussoffensive der Gäste blieb aus.

Verdienter, wenn auch glücklicher Sieg

Letztendlich wurde der Heimsieg der Seybothenreuthern den Spielanteilen gerecht, auch wenn Torchancen auf beiden Seiten Mangelware waren. „Wie der Sieg zustande kam, fragt morgen keiner mehr“, so der einhellige Tenor der Hausherren nach der Partie. Richtig: Denn nun thronen die Weiß-Violetten erst einmal alleine an der Tabellenspitze. „Ein verdienter Sieg der Seybothenreuther, wir konnten unsere Ausfälle in der Offensive heute einfach nicht kompensieren“, so Alexander Süß zu der überraschend harmlosen Darbietung seiner Elf. Die erste „Nullnummer“ und Pleite in dieser Serie. Selbst in der letzten Spielzeit blieben die Trockauer nur in drei Spielen ohne eigenen Torerfolg. Von dem waren sie gegen Seybothenreuth aber auch weit entfernt. Mit Hummeltal 2 und Plankenfels warten aber in den nächsten beiden Wochen zwei weitere „dicke Brocken“ aus dem oberen Tabellendrittel auf die Trockauer. Auf Meisterschaftsfavoriten Seybothenreuth, der eine erste Bewährungsprobe in dieser Saison bravurös meisterte, geht es bereits am kommenden Samstag zum Derby nach Kirchenlaibach.

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