Spitzenspiel verloren

A-Klasse 5 Bayreuth-Kulmbach, 20. Spieltag,  SG Mistelbach/Gesees 2 – SG Trockau 1:0 (1:0)

Spielbericht erstellt von Thomas Nietner, Redaktion anpfiff.info

 

 Vorentscheidung vertagt

Bei einem Sieg der Gäste wäre die Meisterschaft wohl frühzeitig entschieden. Doch bei allen Rechenspielen wollte der Mistelbacher Coach Thorsten Feilner das Spitzenspiel gar nicht so hochhängen: „Die Meisterschaft ist bei uns kein Thema. Aber wenn wir gewinnen, kann das natürlich schon noch einmal ein Anreiz für die Jungs sein“. Doch die junge Elf – verstärkt mit Fabian Ansari, Lukas Mader und John Engelbrecht – brannte und wollte den seit elf Spielen ungeschlagenen Gästen die Suppe versalzen. Der Schlüssel zum Erfolg sollte dabei darin liegen, Torjäger Maxi Held auszuschalten. Der Angreifer schenkte der Feilner-Elf im Hinspiel alleine vier Treffer ein. „Am besten er bekommt überhaupt keine Bälle“, so die Taktik des Mistelbacher Trainers. In Sicherheit wollte sich SG-Trainer Alexander Süß auf der Gegenseite trotz des Acht-Punkte-Vorsprungs aber nicht wiegen lassen. „Wir wollen uns vom Vorsprung nicht blenden lassen. Der kann auch schnell wieder schrumpfen“, mahnte Alexander Süß vor der Partie.  Dennoch forderte er von seiner Elf erneut den Vorwärtsgang. Umstellen musste der ehemalige Saaser in der Abwehr. Aufgrund seiner Sperre mutierte der Spielertrainer zum Trainer an der Seitenlinie. Seinen Part übernahm dafür Benjamin Schmitt, der Quasi-Neuzugang in der Winterpause. Ebenfalls neu im Team stand ein weiterer Neuer: Pascal Martini. Zusammen mit Daniel Bauernschmitt und Daniel Grüner sollte er als Dreiermittelfeld das Zentrum schließen. Alexander Süß setzte auf dem Hartplatz auf Spieler mit einer gewissen Härte. Vorne sollte es im 4-3-3 das Angriffstrio um Maximilian Held richten.

Trockau verschenkt die erste Hälfte

Der Siegeswillen und die Entschlossenheit war der Heimelf von Beginn an anzumerken. Verstecken wollte sich die Feilner-Elf vor den Gästen keineswegs. Der Schlüssel lag in der Offensive. So wollte man die Torfabrik um Maximilian Held gleichzeitig weit vom eigenen Tor fernhalten. So hatten die Gäste bereits bei der einzigen Saisonpleite in Seybothenreuth ihre Probleme. Auch damals kam die Süß-Elf nicht richtig in Fahrt. So auch in Mistelbach. Denn die Anfangsphase gehörte klar den Gastgebern. Bereits nach zwei Minuten hatten die Platzherren durch Lukas Mader die erste gute Gelegenheit. Bereits da zeichnete sich die Lufthoheit des Tabellenzweiten ab.  In einer intensiven Partie gaben aber beide Mannschaften von Beginn an Vollgas. Mistelbach attackierte die Gäste bereits früh, so dass an einen geordneten Spielaufbau nicht zu denken war. Die Folge: Der Spitzenreiter schlug die Bälle oft lange. Ein Mittel, das Alexander Süß nicht gefiel. „Wir haben da zu viel gebolzt“, analysierte der Trockauer nach der Partie. Maximilian Held hing gegen die sichere Mistelbacher Defensive regelrecht in der Luft. Dem Tabellenführer fehlte aber nicht nur die Durchschlagskraft, sondern auch die Entschlossenheit. „Wir waren da zu passiv“, bemängelte der gesperrte Spielertrainer. Thorsten Feilner konnte mit dem Auftritt seiner Elf schon zufriedener sein. Denn seine Mannschaft nahm den Kampf an und spulte auch einige Meter runter.

Gepusht von den eigenen Zuschauern glaubten die Mistelbacher mit zunehmender Spieldauer immer mehr an ihre Siegchance. Vor allem nachdem Christian Wienert nach einer Ansari-Ecke in der 21. Spielminute die Führung köpfte. Da ging doch tatsächlich was. Dass der Gegentreffer per Kopfball fiel, überraschte dagegen weniger. Zuvor schon hatte die Gästeabwehr ohne ihren Spielertrainer Schwächen offenbart. Ein Spaziergang wie im Hinspiel, als man die Blau-Weißen mit 6:2 abfertigte, sollte es dieses Mal nicht werden. Denn nach vorne ging in der ersten Hälfte weiter nichts. Die Gäste präsentierten sich gegen eine sattelfeste Abwehr zu einfallslos. Die besseren Ideen hatte auf der Gegenseite schon Taktgeber Fabian Ansari im Mittelfeld der Feilner-Elf.  Das zweite Tor hätte jedoch erneut nach einer Ecke fallen müssen: Wieder war es Wienert, der an den Ball kam, jedoch nur die Latte traf. Maximilian Wich setzte den Nachschuss über die Latte. Das hätte es eigentlich sein müssen. Die Gäste waren daher mit dem 0:1-Pausenrückstand noch gut im Rennen.

Pech in den Schlussminuten

 Alexander Süß stellte in der Halbzeitpause erwartungsgemäß um. Denn mit den ersten 45 Spielminuten konnte der Trockauer nicht zufrieden gewesen sein. Er brachte mit Lukas Gradl und Kevin Körber zwei frische Kräfte und hoffte damit auf mehr Stabilität. Am Spielverlauf sollte sich aber gar nicht so viel ändern: Mistelbach gab weiter Vollgas, attackierte mit Lukas Mader in vorderster Reihe weiter früh, so dass Trockau weiter Probleme im Spielaufbau hatte. Ein wenig mehr Struktur war aber dennoch im Spiel der Gäste drin. Die Bälle wurden nun nicht mehr so oft nach vorne geschlagen. Doch Mistelbach stand weiter gut. Also musste auch auf der Seite des Tabellenführers ein Standard her. Der von Maximilian Held getretene Freistoß in der 52. Spielminute war zwar nicht schlecht, aber die Flugeinlage von TSV-Keeper Nico Schumann war eben noch besser. Der Schlussmann fischte den Freistoß sehenswert aus dem Tordreieck. Es war die erste auffällige Situation des Trockauer Torjägers. Aber aus dem Mittelfeld fanden eben weiterhin zu wenige Bälle den Weg in die Spitze. Mistelbach rackerte und kämpfte.  Viel ließ der Verfolger weiter nicht zu. Erst als Thorsten Feilner mit Fabian Ansari, Lukas Mader und Andre Sippl in Absprache mit Bezirksligacoach Daniel Heißenstein drei Stützen vom Platz nahm, kamen die Gäste stärker auf. Das hohe Laufpensum der Hausherren hatte zudem viel Kraft gekostet. „Wir haben schließlich über eine Stunde Vollgas gegeben“, so TSV-Verteidiger Konstantin Härtel nach der Partie. In der Schlussphase standen die Gastgeber daher tief und ließen sich in die eigene Hälfte drängen. Ging da doch noch was? Trockau kam dem Ausgleich in den letzten Spielminuten zumindest bedrohlich nahe. Fallen sollte der Ausgleich jedoch nicht mehr. Dabei hatten die Gäste durch Benjamin Schmitt und Torwart Christopher Schüssel, der bei einer Ecke mit nach vorne stürmte, den ersehnten Treffer auf dem Schlappen. Doch irgendwie war es nicht der Tag des Spitzenreiters, der letztendlich für seine späten Bemühungen nicht mehr belohnt wurde. Mit etwas Glück rettete die Heimelf daher den Sieg über die Zeit.

 

Titelrennen wieder offen

 Letztendlich hätte Thorsten Feilner daher auch mit einem Unentschieden leben können. Doch ein Quäntchen Glück gehört eben auch dazu, wenn man dem Spitzenreiter ein Bein stellen will. Aber unverdient war der Sieg der Heimelf keineswegs. Schließlich investierte die mit vielen jungen Spielern gespickte Mannschaft besonders im ersten Durchgang viel und glaubte von Beginn an ihre Chance. An den Gästen lief die erste Hälfte dagegen fast komplett vorbei. Für die Süß-Elf war es zwar erst die zweite Saisonniederlage, aber das Titelrennen ist bei fünf Punkten Rückstand wieder offen. „Nach der letzten Niederlage konnten wir auch wieder eine Serie starten. Vielleicht gelingt uns das erneut wieder“, gab sich der Gästecoach aber weiter zuversichtlich. Seine Elf hat es schließlich weiter in der eigenen Hand. Schon in der kommenden Woche wartet mit dem SV Seybothenreuth ein weiterer dicker Brocken. Die Mistelbacher müssen in Kirchenlaibach antreten. Jetzt hat die Feilner-Elf im Titelkampf noch einmal Lunte gerochen.

SG Mistelbach/Gesees 2: Schumann 2,0, Schöner 2,0, Wienert 2,0, Härtel 2,0, Engelbrecht 3,0, Wich 3,0, Rudrof 3,5, Ansari 2,0, Sippl 2,0, Hagen D. 3,0, Mader 2,0 / Gerber, Hacker 3,0 (67.), Mann (78.), Vetter D. 3,0 (73.)

 SG Trockau: Schüssel 3,0, Schmitt J. 4,0, Brendel T. 3,0, Schmitt B. 2,5, Schneider 2,5, Bauernschmitt 3,5, Martini 3,0, Grüner 4,0, Hümmer 3,0, Schmitt A. 4,0, Held 3,5 / Schmitt O., Körber S., Gradl L. 3,0 (46.), Körber K. 3,0 (46.), Arnold (82.)

Tore: 1:0 Wienert (21., Ansari)

Gelbe Karten: Ansari – Meckern (38.), Engelbrecht – Meckern (82.), Härtel – Foulspiel (90.+1) / Hümmer – Halten/Trikotziehen (59.) | Gelb-rote Karten: – / – | Rote Karten: – / – Zuschauer: 80 | Schiedsrichter: Tizian Hundsdörfer (TSV Kirchenlaibach-Speichersdorf) 2,0

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