Trockau schlug sich selbst

Ein nicht alltägliches Spiel erlebten die Zuschauer bei der Partie Eintracht Bayreuth gegen Trockau, welches der Spitzenreiter mit 1:5 (1:4) für sich entschied. Allerdings halfen hier die Platzherren mit sage und schreibe drei Eigentoren mehr als kräftig mit.

Dabei begann es recht vielversprechend für die Hausherren, die mit ihrem ersten Angriff in Führung gingen. Schneider spielte über rechts auf Held durch, Demel schlug über den Ball und am langen Pfosten drückte Ph. Schmidt die Kugel zum 1:0 über die Linie. Danach war das Spiel weiterhin ausgeglichen, ohne klare Torchancen auf beiden Seiten. In der 20. Minute dann der Ausgleich für die Gäste aus heiterem Himmel. Fiebig wurde am linken Flügel nicht am Flanken gehindert und Philbert konnte zum Ausgleich einköpfen. Was sich in den Minuten danach bis zur Halbzeit abspielte, hatte man in Trockau so noch nicht gesehen. Einen langen Ball der Eintracht wollte Süß vom Mittelkreis auf TW Schüssel zurückspielen, der jedoch selbst dem Ball entgegenlief. Dadurch wurde er mit einer Bogenlampe überspielt und der Ball trudelte zur Gästeführung ins Netz (25.). Im Gegenzug hatte Ph. Schmitt zweimal den Ausgleich auf dem Fuß. Zunächst zielte er von der Strafraumgrenze etwas zu hoch (26.) dann scheiterte er, von Gradl schön freigespielt, an Gästekeeper Baumann (28.). Nach einer halben Stunde kam dann der Knackpunkt im Spiel, als TW Schüssel einen Ball im Strafraum aufnahm und dabei mit dem Ball im Arm über die Sechzehnerlinie rutschte. SR Rembs zeigte ihm daraufhin die Rote Karte wegen „absichtlichen Handspiels außerhalb des Strafraums“. Vielleicht hätte er es in dieser Situation etwas mehr Fingerspitzengefühl bei einer Verwarnung belassen können, denn es wurde keine klare Torchance dadurch verhindert. Da kein Ersatztorwart greifbar war, musste Ph. Schmidt ins Tor und kassierte gleich das 1:3 durch den fälligen Freistoß von Tacke. Zur „Krönung“ der Halbzeit köpfte A. Schmitt einen Freistoß von Demel unhaltbar ins eigene Tor zum 1:4, womit das Spiel an und für sich gelaufen war.

In der zweiten Hälfte beschränkte sich die Heimelf darauf das Ergebnis in Grenzen zu halten. Die Eintracht hatte dadurch gefühlte zwei Drittel Ballbesitz. Klare Torchancen konnte man jedoch nicht herausspielen, da sie ungefähr 20 mal vom SR im Abseits gesehen und zurückgepfiffen wurden. Manchmal konnte man da geteilter Meinung sein. Dennoch schlug es im Trockauer Kasten ein weiteres Mal ein. Eine scharfe Hereingabe von Heublein lenkte sich „Ersatz-Keeper“ Ph. Schmidt zum 1:5 ins eigene Tor (67.). Die beiden Schlusspunkte setzte dann doch noch Trockau, als jeweils Held und A. Schmitt mit ihren Schüssen an Eintracht-Keeper Baumann scheiterten (80. + 86.)

Es wäre bestimmt interessant gewesen, wie das Spiel ohne Eigentore und den Platzverweis ausgegangen wäre. Das klare Ergebnis täuscht schon etwas über den wahren Spielverlauf hinweg. Richtig klare Torchancen konnte sich der Spitzenreiter nämlich nicht erspielen, obwohl sie optisch natürlich überlegen waren. Trockau muss nun langsam wieder zu der Abwehrstärke zurückkehren, die in den ersten Saisonspielen an den Tag gelegt wurde, sonst wird es schwer, weitere Punkte zu holen.

 

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