Gelungener Kommentar zum Spiel gg. die Eintracht

The Bad Touch: Wunderschön ins eigene Tor
Schöne Tore, katzenhafte Torhüter und kleine Fußballer, die zu großen Helden der Schlussphase werden – das ist nur die eine Seite des Amateurfußballs. Es gibt auch Pleiten, Pech und Pannen. Und wie in diesem Falle: Wunderschöne Eigentore.

Kommentiert von Hannes Hilbrecht, FuPa-Redaktion

Mein größter Alptraum als junger Torhüter in der E-Jugend hieß Eike. Eike, das war ein kleiner Hüne, für sein Alter groß und stark, mit wuchtigen Oberschenkeln und gleißend roten Haaren. Eike machte mir Angst. Doch er war nicht etwa ein Stürmer des Gegners, der einem jungen Tormann erst die Nase blutig schoss und dann abstaubte. Nein, Eike war ein Mitspieler, der einem, also mir, die Nase blutig schoss und dann abstaubte. Genauer gesagt: Eike war mein Abwehrchef. Einen Job, den er vom Trainer wohl deshalb bekam, weil dieser dachte, Eikes schiere Gestalt könnte die Angreifer verschrecken. Eike war eine Stürmerscheuche, und eine erfolglose noch dazu. Denn Eike schoss viele Eigentore. Alle hatten sie gemeinsam, dass sie die Anmut von Donald Trump hatten: Richtige Mistdinger waren seine Torkreationen. Er fälschte ab, er grätschte rein, er haut erst mich um und dann den Ball ins Tor. Ich mochte Eike trotdem, was für sein Wesen sprach. Den Fußballer-Eike mochte ich nicht.
Was das Eigentorschießen betrifft, tritt der Verteidiger von der SG Trockau deutlich torwartfreundlicher auf. Der Spieler, dessen Namen wir verschweigen, weil wir hier ja nur lachen und keine Leute lächerlich machen wollen, gestaltet das Eigentoreschießen weitaus humaner. Der Eike aus Trockau hebt den Ball nämlich aus einiger Entfernung wunderschön ins Tor, über den eigenen Keeper hinweg. Man könnte fast meinen, dass das geplant war, so schön ist das Verteidiger-Missgeschick. Übrigens, ebenfalls ein zuckersüßes Bild: Der Stürmer, der sich kaum über das Führungstor freut, weil er lieber selber so schön gelupft hätte.
Übrigens: Der Eike aus Trockau, der natürlich nicht Eike heißt, und wenn doch, wäre es ein Zufall, spielte übrigens am Wochenende in der Mannschaft voller Eikes. Trockau fabrizierte einen Torhüter-Platzverweis und drei Eigentore. Das hatte schon HSV-Humor. Trockau verlor, und das ähnelt genauso dem Hamburger Abbild, mit 1:5.
Das wird wieder, lieber  Trockauer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.