Trockauer Klatsche im Sechs-Punkte-Spiel

Im Nachbarschaftsderby gegen den Mitkonkurrenten im Abstiegskampf SV Schreez lieferte die SG Trockau eine ihrer schlechtesten Leistungen der vergangenen Spielzeiten ab und unterlag auch in dieser Höhe zurecht mit 0:6 (0:3).

Eigentlich war das Spiel bereits nach 23 Minuten entschieden, als hier das 0:3 fiel. Die Heimelf zeigte sich in der Abwehr wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen und legte den Gästen die Tore fast noch selbst auf. Beim 0:1 (5.) schlug Friedrich einen langen Freistoß in den Strafraum, Heim-Keeper Schüssel kam beim Rauslaufen nicht an den Ball, Gogoll verlängerte und Behrndt konnte aus einem Meter einnicken. Sein anderes Gesicht zeigte Schüssel vier Minuten später, als Friedrich nach schönem Pass von Gogoll alleine auf ihn zumarschierte und er mit toller Fußabwehr dessen Schuss parieren konnte. In die andere Richtung ging es jedoch wieder beim 0:2 (13.) als Gerber einen langen Einwurf von Gogoll in den Lauf von Friedrich verlängerte. Schüssel kam wieder zu spät aus seinem Kasten und wurde aus 12 Metern per Heber überwunden. Auch hier ließ das Abwehrverhalten seiner Vorderleute zu wünschen übrig. Dies setzte sich auch beim 0:3 (23.) fort als nach einem Trockauer Einwurf in der Schreezer Hälfte Bärwinkel den Ball eroberte, Gerber steil in den Lauf von Band spielte, Schüssel wieder aus seinem Kasten kam, 25 m vor dem Tor über den Ball schlug (allerdings von Körber irritiert) und Band ins leere Tor einschieben konnte. Falls Trockau einmal den Weg vors Schreezer Tor fand, wurden die Schüsse von der vielbeinigen Abwehr abgeblockt (27. Süß) oder gingen am Tor vorbei. Eine Zeigerumdrehung später hätte Band sein zweites Tor machen müssen, als er nach einigen Stockfehlern der Trockauer Abwehrspieler völlig freistehend am Fünfmeterraum an den Ball kam und vermutlich derart überrascht war, dass er den Ball am Tor vorbeistolperte. Die größte und zweite !! Torchance der Heimelf in der ersten Hälfte hatte Ph. Schmidt, der es mit der gesamten Schreezer Abwehr aufnahm, von der Strafraumlinie abzog, jedoch von Wille in höchster Not geblockt wurde.

Wer von den einheimischen Zuschauern dachte, dass es in der zweiten Halbzeit besser werden würde, sah sich bereits nach wenigen Minuten enttäuscht. Nachdem Gogoll in der 48. Minute noch mit einem Freistoß aus 20 Metern an der Mauer scheiterte, schnürte band nun doch noch seinen Doppelpack und erzielte das 0:4 (51.). Dieser Treffer verdiente das Prädikat „sehenswert“. Einen Freistoß von Schüssel klärte Pensel per Kopf zu Friedrich, dieser direkt per Außenriss auf Gerber, Brustannahme und direkt in den Lauf von Band, der den zu weit vor dem Tor stehenden Schüssel perfekt überlupfte. Band hätt kurz darauf einen weiteren Treffer erzielen können, als Trockau einen weiten Ball nicht klären konnte und er freistehend aus 16 Metern abzog und der Schuss knapp am Pfosten vorbeistrich. Nach einer Stunde dann die erste Möglichkeit von Trockau. Hümmer schickte Süß über links auf die Reise, dieser lief Will auf und davon, scheiterte aber mit seinem Gewaltschuss aus spitzem Winkel an der Unterkante der Latte. Beim 0:5 (75.) zeigte sich wieder das mangelhafte Abwehrverhalten, das Trockau heute an den Tag legte. Eine Freistoßflanke von Gogoll segelte in den Strafraum, die Schreezer Stürmer liefen durch, Trockau schaute zu und Behrndt lies den Ball über den Scheitel ins Tor rutschen. Zu diesem Zeitpunkt stand der etatmäßige Keeper Schüssel bereits nicht mehr im Tor, sondern musste verletzungsbedingt durch M. Schmitt ersetzt werden. Als er eine Flanke herunterfischte, wurde er von einem Gegenspieler unterlaufen und fiel unglücklich auf den Rücken, so dass er nicht mehr weitermachen konnte. Dies war dann noch die Krönung dieses gebrauchten Nachmittags. Den Schlusspunkt unter das Trockauer „Offensivspiel“ setzte Süß mit einem gewaltigen Freistoß aus fast vierzig Metern, den Kühnlein noch zur Ecke fausten konnte. Schreez hatte jedoch seinen Torhunger noch nicht gestillt sondern erzielte durch einen abgefälschten Schuss von Gogoll aus 10 Metern in der Schlussminute das 0:6.

Trockau erlebte einen mehr als „gebrauchten“ Nachmittag. Nicht nur dass man eine mangelhafte Leistung im Abwehrverhalten zeigte, auch das Offensivspiel lies mehr als zu wünschen übrig. Das mag vielleicht dem Fehlen von mehreren Leistungsträgern geschuldet sein, jedoch muss ich mich in einem solchen Spiel (Derby + direkter Konkurrent im Abstiegskampf) vor toller Zuschauerkulisse anders präsentieren. Dies gilt es nun am nächsten Sonntag im Heimspiel gegen den Tabellenletzten aus Warmensteinach umzusetzen.

Die Gäste aus Schreez profitierten natürlich von den Schwächen der Heimelf und gewannen auch in dieser Höhe verdient. Allerdings spiegelt das Ergebnis keineswegs eine derart deutliche Übermacht wider. Man zeigte zwar spielerische Ansätze, agierte jedoch groß teils mit langen Pässen und nutzte fast jeden Fehler der Heimelf aus. Treibende Kräfte waren hier Gogoll, Gerber und Friedrich.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.