Bollwerk hielt bis zur 83. Minute

Die Begegnung beim TSV Glashütten stand für die SG Trockau unter mehr als einem ungünstigen Stern.

Während Heim-Coach Marco Bogdanovic personell aus dem Vollem schöpfen konnte und seine Jungs natürlich heiß darauf waren, zur Kerwa einen Sieg einzufahren, musste SGT-Coach Maxi Held erneut mehr als improvisieren. Aufgrund Urlaub und Verletzungen musste er fast die halbe Stammelf ersetzen und auf der Bank tummelten sich zudem zwei angeschlagene Spieler. So war auch die Taktik beider Mannschaften schon vorher abzusehen. Glashütten würde das Spiel machen und anrennen, Trockau mit Mann und Maus verteidigen und sich aufs Kontern beschränken.

Dies bestätigte sich dann auch in der 1. Halbzeit, wobei die Gäste mit dem ersten Angriff des Spiels fast in Führung gegangen wären. Roder setzte M. Held in Szene und dessen Flachschuss aus sechs Metern parierte TSV Keeper Koza hervorragend per Fußabwehr. Das war dann allerdings für lange Zeit das letzte offensive Lebenszeichen der SGT, da man mit Defensivarbeit mehr als genug beschäftigt war. Glashütten hatte gefühlte 80 Prozent Ballbesitz, kreierte jedoch zu wenig zwingende Torchancen. Erste Möglichkeiten gab es nach einigen Minuten durch Petter, der nach einem Querschläger den Ball aus 12 Metern über das Gästetor hob (6.) und durch Neuner, der fast die gesamte SGT-Abwehr narrte und nur an            Keeper Schüssel nicht vorbeikam (7.). In der 10 Minute musste TSV-Kapitän Petter, ohne Einwirkung eines Gegenspielers, verletzt ausgewechselt werden. Die nächste TSV- Möglichkeit hatte Eichner, der eine Flanke von Opel per Kopf aus acht Metern knapp neben den Pfosten setzte (16.). Nach einigen Minuten einfaltslosem Mittelfeldgekicke hatte Trockau seine zweite Möglichkeit, als Held einmal seinem Bewacher entwischte und erneut mit einem Flachschuss aus zehn Metern an Keeper Koza scheiterte (29.). Dadurch offenbar aufgeweckt agierte Glashütten nun zielstrebiger über ihre Außenspieler und die Torchancen wurden hochkarätiger. Zunächst spielte sich Wienert bis zur Grundlinie durch, legte überlegt auf Eichner zurück und dieser scheiterte aus acht Metern am glänzend reagierenden Schüssel (30.). Weiter ging es mit einem Freistoß von Eichner auf Schwarzmann, dessen Kopfball aus kurzer Distanz Schneider für seinen geschlagenen Keeper von der Linie kratzen konnte (39.). Den Schlusspunkt unter die erste Halbzeit setzte Rudrof mit einem Flachschuss von der Strafraumkante, den erneut Schüssel parieren konnte (43.).

Nach dem Seitenwechsel nahm der Druck von Glashütten auf die Trockauer Abwehr noch mehr zu. Die Gäste ließen die TSV-Spieler bis etwa 25 Meter vor dem Tor kombinieren, zogen dort einen kompakten vielbeinigen Abwehrriegel auf und kämpften um jeden Ball. Der Heimelf fiel in dieser Phase nicht viel dagegen ein und so gab es bis zur 65. Minute keine nennenswerte Möglichkeit auf beiden Seiten. Bezeichnend war hier eine Szene, die schon fast einem Ping-Pong-Spiel glich, als Glashütten innerhalb einer Minute sechs, sieben Mal mit abgeblockten Schussversuchen scheiterte. Auch mehrere Verzweiflungsschüsse fanden ihr Ziel nicht. Da wurde es TSV-Trainer M. Bogdanovic offenbar zu bunt und er forderte seine Spieler lautstark auf endlich mehr zu investieren und Gas zu geben. Zum Leidwesen der Gäste taten sie das dann auch und Glashütten erspielte sich nun einen Hochkaräter nach dem Anderen. Der Fels in der Trockauer Abwehrbrandung hieß nun Christopher Schüssel. Was er in den folgenden Minuten entschärfte, ließ die Glashüttener Spieler mehr als verzweifeln. In der 68. Minute tauchte er nach präzisem Flachschuss von Rudrof aus 16 Metern ins Eck und hielt bravourös. Danach scheiterte Schwarzmann innerhalb von 30 Sekunden mit zwei Kopfbällen, jeweils nach einer Ecke (70.). Den ersten hatte Schüssel aus 10 Metern sicher, den zweiten lenkte er mit einem Sensationsreflex über die Latte. Eine Zeigerumdrehung später musste wieder Schneider auf der Linie retten, als Raschke eine flache Hereingabe per Hacke aufs Tor lenkte (72.). Fast hätte Trockau in der 79. Minute den Spielverlauf völlig auf den Kopf gestellt, als man sich einmal befreien und den Ball auf Maxi Held spielen konnte. Dieser nahm es nun von der Mittellinie an mit der gesamten Glashüttener Abwehr auf, setzt sich auch durch und erst im letzten Moment konnte Krauß mit langem Bein den Abschluss verhindern. Ansonsten stand der Goalgetter gast immer alleine gegen drei Gegenspieler, die ihn sicher im Griff hatten. Weiter ging es in der Gegenrichtung mit einem Schuss von Wienert, der, glänzend von Eichner freigespielt, mutterseelenalleine am Elfmeterpunkt abzog und wieder an einer Sensationsparade von Schüssel scheiterte (80.). Dass dieses Chancenübergewicht irgendwann zu einem Treffer führen würde, war vielleicht jedem Zuschauer und auch den Spielern klar. In der 83. Minute war es dann soweit, als Schwarzmann im Strafraum angespielt wurde und er aus der Drehung die Kugel wunderbar und unhaltbar zum 1:0 unter die Latte hämmerte. Dieses Tor ließ natürlich die Köpfe der Trockauer sofort nach unten gehen und Glashütten spielte jetzt befreiter auf und wollte unbedingt nachlegen. Bevor dies geschah, zeichnete sich erneut der beste Spieler auf dem Platz, Gäste-Keeper Ch. Schüssel, aus, als er einen Schuss von Wienert aus 12 Metern glänzend per Faustabwehr klärte. Derselbe Spieler machte jedoch in der 87. Minute den Deckel drauf. Eichner narrte drei Abwehrspieler, legte quer auf Wienert und dieser konnte die Kugel zum 2:0 ins leere Tor schieben.

Schlussendlich feierte Glashütten im Kerwaspiel einen verdienten Sieg aufgrund der Vielzahl von Torchancen. Ihre besten Spieler hatten sie in den unermüdlichen Antreibern Schwarzmann und Eichner.

Trockau konnte sich aufgrund der Personalsituation fast nur auf Abwehraufgaben beschränken, was alle eingesetzten Spieler bis zum Schluss mit ihrem kämpferischen Einsatz bravourös gemeistert hatten. Dass man sich dafür nichts kaufen kann ist auch klar, zeigt jedoch, dass die Moral der Truppe stimmt. Irgendwann wird der Knoten platzen und auch Punkte auf der Habenseite stehen.

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