Klassenunterschied

Von Thomas Nietner, anpfiff.info-Redaktion

Nach dem Abschied von Spielertrainer Alexander Süß konnte die SG Trockau bislang noch nicht an die sorgenfreie Vorsaison anknüpfen. Anders als im Vorjahr, in der man als Tabellenelfter recht schnell die notwendigen Punkte einfahren konnte und nie wirklich in Abstiegsgefahr geriet, hängt die Elf von Spielertrainer in der laufenden Runde bereits tief im Tabellenkeller fest. Ein dürftiger Punkt aus neun Spielen: Trockau muss bereits nach einem Drittel der Saison ernsthaft um die Klasse bangen. Was da hilft? Ein Erfolgserlebnis und dringend der erste Saisonsieg. Aber ob der ausgerechnet beim formstarken SC Altenplos gelingen sollte? Schwer vorstellbar, nachdem die Höfer-Elf zuletzt wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden hatte und aus den letzten drei Spielen neun Punkte mitnahm.

Auch für SCA-Coach Günther Höfer zählten daher im Vorfeld nur drei Punkte: „Wir haben unsere Pannen schon zu Saisonbeginn genommen. Wir dürfen uns jetzt nichts mehr leisten.“ Zwar fehlten bei der Heimelf mit Daniel Füßmann, Manuel Bühl, Markus Tröger, Fabian Zwingel, Tim Reichelt und Martin Böhmig einige Kicker, aber das änderte nichts an der Vorgabe. „Wir haben heuer einen qualitativ starken Kader und können das ausgleichen“, so SCA-Spielleiter Ralf Füßmann mit Blick auf die Aufstellung. Da konnte es sich Günther Höfer sogar leisten, Janosch Wöhe auf der Bank eine Verschnaufpause zu gönnen.

Anders dagegen die Voraussetzungen bei den Gästen. Auch Spielertrainer Maximilian Held fehlten Mit Nico Thiem, Lukas Gradl, Andreas Ganzleben, Andreas Schmitt und Moritz Schmidt mehrere Kicker, so dass er die Startelf gleich mit mehreren Reservisten auffüllen musste. Die Zuversicht des Gästetrainers hielt sich daher in Grenzen: „Das passt eben aktuell alles ins Bild!“ Alles an dem Abschied von Ex-Coach Alexander Süß festzumachen, wäre jedoch hier zu einfach. „Wir brauchen einfach mal einen Sieg nach all den Rückschlägen“, hoffte Maxi Held, dass der Knoten bei seiner Elf bald endlich einmal platzt. In Altenplos sah der Trockauer seine Elf klar in der Rolle des Außenseiters. Um der Abwehr mehr Stabilität zu verleihen, lief der Torjäger überraschend als Innenverteidiger auf.

Altenplos in allen Belangen überlegen

Vorne mussten also die Spieler aus der zweiten Reihe für Torgefahr sorgen. Hinten galt es, erst einmal die Null zu halten. So wunderte es nicht, dass es von Beginn an ein Spiel auf ein Tor wurde. Die Heimelf übernahm dabei umgehend das Kommando und spielte sich schon früh in der Hälfte der Gäste fest. Bis zur ersten richtigen Torannäherung brauchte die Höfer-Elf dann aber doch gut zehn Spielminuten. Mit guten Spielverlagerungen und Tempovorstößen sorgte die Heimelf immer wieder für Verwirrung bei den Gästen. Als Frederick Robensyn auf der rechten Seite erstmals den Turbo einlegte und Jan Hupfauf in der Mitte bediente, musste sich Christopher Schlüssel im Gästetor erstmals richtig strecken. Bei der nachfolgenden Ecke war der Gästekeeper dann aber machtlos, nachdem seine Vorderleute ausgerechnet den längsten Altenploser Mario Ross am langen Pfosten aus den Augen verloren hatten. Die Taktik, möglichst lange die Null zu halten, war damit schon nach elf Spielminuten dahin. Günther Höfer fand an der Seitenlinie nun richtig Gefallen an der Partie und forderte seine Elf auf, weiter das Tempo hochzuhalten. Letztendlich ging das oftmals viel zu schnell für die Gäste, die auch nur selten in die Zweikämpfe fanden. Da sie auch im Spielaufbau schnell den Ball verloren, blieb der Held-Elf kaum Zeit zum Durchschnaufen. Altenplos erhöhte den Druck mit zunehmender Spielzeit und brachte bereits in der ersten Hälfte nach einem Doppelschlag durch Benedikt Moreth und Jannik Schneider den Heimsieg bereits unter Dach und Fach. „Nach dem Doppelschlag war die Partie bereits entschieden“, gestand auch der Gästetrainer nach dem Abpfiff. Dem war nicht zu widersprechen, da die Gäste schon im ersten Durchgang der Höfer-Elf in allen Belangen unterlegen war und auch kämpferisch nicht punkten konnte. Das rief Maximilian Held in der Halbzeit auf die Palme. Der Trockauer richtete deutliche Worte an seine bis dahin enttäuschende Mannschaft und harrte danach einen kurzen Moment alleine auf dem Spielfeld aus. Selbst der Torjäger konnte in der Innenverteidiger nicht alle Löcher stopfen. Dafür waren es einfach zu viele.

Altenplos schraubt das Ergebnis in die Höhe

Doch am Spiel sollte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht viel ändern. Zwar gelangen die Kombinationen nach der Pause bei der Heimelf erst einmal nicht mehr ganz so flüssig, aber an der Überlegenheit änderte dies nichts. So verzeichnete Altenplos weiterhin nahezu 80 Prozent Ballbesitz und verlagerte das Geschehen weiter ausschließlich in die Hälfte der Gäste. Aber erst ein Pass von Benedikt Moreth in die Tiefe ließ die Torfabrik nach einer Stunde wieder ihre Arbeit aufnehmen: Jan Hupfauf nahm die Vorlage dankend an. Damit hatten die Hausherren aber noch nicht genug. Im Gegenteil: Die Höfer-Elf wollte nun noch mehr und spielte mit den Gästen nun Katz und Maus. Bei der Trockauer Elf machte sich nun aber auch die Luft bemerkbar. Für Gästetrainer Maximilian Held kein Wunder: „Wenn die Hälfte nicht auf Training kommt!“ So konnte Max Müller nach Vorlage von Gästekeeper Christopher Schüssel die komplette SG-Abwehr vernaschen, ehe er zum 5:0 einnetzte. Da durfte natürlich auch ein Geburtstagsgeschenk für Simon Feulner nicht fehlen. Der Joker traf kurz nach seiner Einwechslung zum zwischenzeitlichen 6:0. Da wollte Mario Ross auch noch einen nachlegen: Der Verteidiger war nach einem Freistoß erneut erfolgreich – dieses Mal aber mit dem Fuß. Ein Doppelpack für den Innenverteidiger: Das gelingt ihm auch nicht jeden Tag. Maximilian Held hatte da schon genug: Der Spielertrainer sah sich die Partie mittlerweile von der Seitenlinie aus an. In einer einseitigen Begegnung setzte Jannik Schneider dann in der letzten Spielminute den Schlusspunkt und erhöhte auf 8:0.

 „So haben wir in der Liga nichts verloren!“

„Mit so einer Leistung haben wir in der Liga nichts verloren“, fand Maximilian Held nach der Partie deutliche Worte. Seine Elf war dem Gegner in allen Belangen unterlegen. So wundert die Höhe des Sieges auch nicht. „In der Höhe geht das völlig in Ordnung“, sprach auch Günther Höfer von einer einseitigen Partie, die nur einen Sieger verdient hatte. Mit dem vierten Sieg in Folge klettern die Blau-Weißen auf Rang vier und rücken dem Spitzentrio damit auf die Pelle. In der Form muss man die Höfer-Elf wieder auf dem Zettel haben. Denn beim Vizemeister läuft der Ball gut in den eigenen Reihen, steht die Abwehr sicher und auch vorne machen die Altenploser wieder ihre Kisten. Anders dagegen die Lage bei Schlusslicht Trockau: Nach dem Tordebakel kündigte Maximilian Held für diese Woche Redebedarf an. Noch einmal möchte er sich nicht so abschießen lassen. Gegen Altenplos konnte man von einem Klassenunterschied sprechen!

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