Nächstes Sechs-Punkte-Spiel verloren

SG Trockau – TSV Glashütten 2:3 (0:3)

aus Trockau berichtet Thomas Nietner, Redaktion Anpfiff.de

Am Ende fragten sich auch die Gäste aus Glashütten, warum sie das Kellerduell gegen Trockau letztendlich für sich entscheiden konnten. Denn die Leistung der Blau-Weißen hatte nicht unbedingt drei Punkte verdient. Nachdem aber vor der Halbzeit jeder Schuss ein Treffer bei der Bogdanovic-Elf war, reichte es am Ende zum schmeichelhaften 3:2-Erfolg, mit dem sich Glashütten im Tabellenkeller freischwimmt.

Ein Erfolgserlebnis konnte zuletzt die SG Trockau feiern: Mit 4:1 siegte die Held-Elf gegen Ramsenthal und konnte vor dem Kellerduell gegen Glashütten noch einmal Selbstvertrauen im Abstiegskampf tanken. Der Abstand zum rettenden Ufer betrug aber damit immer noch sechs Punkte. Jenen Platz hatte seit vergangenem Sonntag der TSV Glashütten inne. Für die Gäste, die bis zu drei Spiele mehr aufweisen als die Konkurrenz, zählte im Kellerduell aber ebenfalls nur ein Dreier – so wie beim 2:0-Hinspielerfolg. Gutes Omen: Gegen die direkten Konkurrenten sprang für die Bogdanovic-Elf bislang fast immer etwas heraus. Aber im Vorfeld musste der TSV-Coach improvisieren, nachdem mit Lukas Koza und Toni Hofmann aus beruflichen Gründen gleich beide Torhüter nicht zur Verfügung standen. Aber Marco Bogdanovic hatte im Vorfeld seine Hausaufgaben gemacht: Der Spielertrainer erinnerte sich dabei an Nico Herrmann, den er noch aus Helmbrechter Zeiten kannte. Der Ex-Fichtelberger feiert gegen Trockau sein Debüt im TSV-Tor.

Sein Können konnte er jedoch erst im Laufe der ersten Halbzeit nachweisen. Denn beide Mannschaften neutralisierten sich in den Anfangsminuten erst einmal im Mittelfeld und suchten ihre Ordnung, die Trockau eher fand als die Gäste. So gehörte auch den Hausherren um Maximilian Held die erste Möglichkeit, als der der Spielertrainer eine Flanke scharf hereinbrachte, Philipp Schmidt aber knapp daran vorbeirutschte. Wenig später war der Angreifer wieder mit von der Partie, als die Gäste im eigenen Strafraum kurzfristig die Ordnung verloren. Der Ball fand in dieser Szene aber nicht den Weg ins Tor. Dennoch sprachen die ersten 30 Spielminuten für die Trockauer Elf, die mehr Biss als die Gäste zeigten. „Wir haben uns schnell dem Gegner angepasst und hatten dann keine Ordnung im Spiel“, war auch Gästecoach Marco Bogdanovic wenig angetan vom Spiel seiner Elf, die aber dennoch überraschend in Führung ging. Der aufgerückte Opel hob dabei den Ball mit dem langen Bei über Keeper Alexander Schüssel hinweg ins Tor. „Ein Fehler war gleich ein Tor“, haderte Maximilian Held. Damit aber nicht genug. Mit einem Sonntagsschuss erhöhte Jan Jacob nur kurz darauf auf 2:0 aus Gästesicht und Stefan Neuner legte gleich noch einen nach. Das konnte man Effizienz nennen: Drei Schüsse, drei Tore! Bitter aus Sicht der Heimelf, die binnen von neun Spielminuten aussichtslos auf die Verliererstraße geriet. Ein wenig musste man sich am Seitenrand angesichts der klaren Führung schon die Augen reiben. „Wir haben einfach schlecht gespielt, aber das Ergebnis stimmte trotzdem“, konnte sich Marco Bogdanovic wenigstens mit dem Ergebnis anfreunden. War es das schon? Nachdem Spielertrainer Maximilian Held wenige Minuten vor der Halbzeit auch noch verletzt raus musste, sprach wenig für eine Aufholjagd im zweiten Durchgang.

Aber der Torjäger biss auf die Zähne und lief im zweiten Durchgang wieder auf – dieses Mal zentral im Angriff. Aber auch ohne Beteiligung des Torjägers kam seine Elf postwendend nach dem Wiederanpfiff zum Anschlusstreffer. Aus einer verunglückten Flanke wurde dabei doch noch ein Tor: Philipp Schmidt konnte die unfreiwillige Vorlage von Raphael Schneider zum Anschlusstreffer nutzen. Da keimte tatsächlich noch einmal Hoffnung bei den Gästen auf. Der Plan der Heimelf war damit aufgegangen. „Wir haben in der Halbzeit Moral gezeigt und konnten gleich verkürzen. Wir wussten, wenn wir noch eine Chancen haben wollen, müssen wir möglichst gleich treffen“, konnte Maximilian Held nun tatsächlich auf eine Aufholjagd seiner Elf hoffen. Ganz so sicher war der Gästesieg offenbar doch noch nicht. War sich Glashütten da schon zu sicher? Trockau drängte den Gegner in der Folgezeit in die eigene Hälfte und wollte nun natürlich mehr. Daraus konnten sich die Gäste nur selten befreien. Nach vorne ging bei der Glashüttener Elf in jener Phase wenig -zumindest aus dem Spiel heraus. Und auch die Hausherren wählten oft den weiten Ball. Ein ansehnlicher Kick war es daher auf beiden Seiten nicht gerade. Marco Bogandovic hatte jedenfalls genug gesehen und wechselte sich in der 70. Spielminute selbst ein, um seiner Elf zu mehr Ordnung zu verhelfen. Das gelang dem Spielertrainer zwar, aber den 2:3-Anschlusstreffer konnte er auch nicht verhindern. Nachdem Keeper Nico Herrmann noch stark parieren konnte, brauchte er einen Tick zu lange beim Nachfassen. Das wusste Maximilian Held auszunutzen, um sich so geschickt in Szene zu setzen, dass der Schiedsrichter nur auf Elfmeter entscheiden konnte. Der Schlussmann hatte den Angreifer von den Beinen geholt. Das ließ sich der Spielertrainer nicht nehmen und verkürzte auf 2:3. Glashütten musste in der Schlussphase noch einmal zittern.

„Wenn wir Pech haben, verlieren wir das Spiel sogar noch“, fiel Marco Bogdanovic ein Stein vom Herzen, als Schiedsrichter Alexander Maisel abpfiff. Der Dreier war damit unter Dach und Fach. Ob verdient oder nicht, das war dem Glashüttener Coach letztendlich egal. Für ihn zählten nur die drei Punkte: „Wir haben aus drei Chancen drei Tore gemacht. Aber insgesamt war der ganze Auftritt nichts. Aber Hauptsache wir haben gewonnen!“ Das hätte Maximilian Held auch gerne. Und mit ein wenig mehr Glück, hätte die Partie auch anders laufen können, ist sich der zukünftige Pottensteiner sicher: „Am Ende hat uns einfach das Glück gefehlt. Ein Punkt war fast noch drin. Glashütten weiß sicherlich auch nicht, warum sie das Spiel gewonnen haben.“ Dennoch durften sich die Gäste am Ende über drei Punkte freuen. Die Blau-Weißen können damit im Abstiegskampf wieder etwas aufatmen. Nachdem sie aber bereits drei Spiele mehr absolviert haben, ist das Thema Relegation noch lange nicht durch. Der Trockauer Blick gilt nach der Heimpleite wohl primär der Relegation.

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