Totgesagte leben länger

Spielbericht von Thomas Nietner, anpfiff.info

Noch vor ein paar Wochen hatten viele die SG Trockau bereits abgeschrieben. Mit einem starken Saisonendspurt, dem Sieg im Entscheidungsspiel gegen Schreez und dem 4:1-Erfolg im ersten Relegationsspiel gegen Kirchenpingarten sicherte sich die Held-Elf nun doch noch die Klasse. Maximilian Held verabschiedet sich mit dem Klassenerhalt in Richtung Pottenstein, weil sein Matchplan aufging.

Erst seit vergangenen Mittwoch stand der Relegationsgegner für den SSV Kirchenpingarten fest. Während sich die Frankenpfälzer bereits seit mehreren Wochen auf die Relegation einstellen konnten, nachdem der TFC Bayreuth an der Tabellenspitze einsam seine Kreise zog und sich die Meisterschaft nicht nehmen ließ, zitterten sich die Trockauer in die Relegation. Dank eines Last-Minute-Treffers im Entscheidungsspiel gegen Schreez entging die Held-Elf erst am vergangenem Mittwoch dem direkten Abstieg. Mit einer Mischung aus Euphorie und Respekt ging die SGT die zweite Chance an, schließlich wollte sich Spielertrainer Maximilian Held möglichst mit dem Klassenerhalt in Richtung Pottenstein verabschieden – am besten schon im ersten Anlauf. Das hatten aber auch die SSV-Elf vor, die in den letzten Wochen die Stimmung hoch halten musste und jetzt wieder gefordert war. Was Trockau Mut machte: Kapitän Nico Thiem kehrte im Vergleich zum Spiel gegen Schreez wieder in die Startelf zurück und damit die Hoffnung auf mehr Struktur im Spiel. Ansonsten reist die Held-Elf ebenso mit voller Kapelle an wie Kirchenpingarten. Kurz vor Spielbeginn musste SSV-Coach Stefan Schober doch noch kurzfristig wechseln: Bei Keeper Matthias Siebeneichner ließ ein Schleimbeutel den Einsatz nicht zu, so dass Ersatzmann Bastian Buchbinder von Beginn an ran musste.

Trockauer Traumstart

Und der Schlussmann stand bei seinem zweiten Saisoneinsatz gleich im Brennpunkt, als SGT-Stürmer Maximilian Hümmer alleine auf ihn zulief und der SSV-Keeper außerhalb des Strafraums klärte. Mit der Hand? „Nein, ich war nicht mit der Hand dran“, kommentierte Bastian Buchbinder die knifflige Szene in der ersten Spielminute. Aber schon da zeigte sich, dass die Kirchenpingartener Elf mit einer gewissen Nervosität ins Spiel ging und nicht nahtlos an die souveränen und starken Vorstellungen der Rückrunde anknüpfen konnte. Schon da hätte Trockau in Führung gehen können. „Wir waren zu Beginn alle nervös und völlig neben der Kappe“, sah auch SSV-Coach seine Elf in der Anfangsphase nicht auf der Höhe. Das hatte Folgen: Denn Trockau konterte den A-Klassisten gleich zwei Mal eiskalt aus. Philipp Schmidt und Maximilian Held sorgten mit ihren Toren nach einer Viertelstunde für einen Traumstart! „Unser Matchplan ist aufgegangen. Wir wussten, dass wir Kirchenpingarten hinten knacken müssen und daher schnell nach vorne spielen. Wir haben dann eiskalt gekontert“, freute sich Maximilian Held über die überraschend frühe Führung, die seine Elf nun in eine gute Ausgangsposition versetzte. Sollte man zumindest meinen. Aber Mitte der ersten Halbzeit kam Kirchenpingarten dann doch besser ins Spiel. „Wir haben das dann nicht gut gemacht und waren zu hoch gestanden, so dass wir Kirchenpingarten die Räume geboten haben, die sie mit ihren schnellen Spielern brauchen“, sah der Trockauer in jener Phase Probleme auf seine Elf zukommen. Nun konnte Kirchenpingarten zunehmend seine Offensivpower entfalten. Aber das Glück war dabei nicht gerade auf der Seite der Schober-Elf: So zielte Schäffner erst knapp daneben, Andreas Mayer knapp über das Tor und Dominik Holl nur an den Pfosten. Der Anschlusstreffer lag damit schon förmlich in der Luft, ehe dann Torjäger Maximilian Langsteiner kurz vor der Pause tatsächlich für das 1:2 sorgte. Kirchenpingarten war damit wieder dran.

Wieder kontert Trockau

Trockau war trotz des Traumstarts somit noch lange nicht durch. Der Held-Elf stand vielmehr noch eine knifflige Halbzeit bevor. „Mit etwas Glück machen die áuch das 2:2“, schmeichelte auch Maximilian Held die Halbzeitführung, die der Spielertrainer aber kurz nach dem Seitenwechsel selbst weiter ausbaute. Wieder war es dabei ein langer Ball, der die SSV-Elf in der 53. Spielminute nicht gut aussehen ließ. Der Torjäger wusste dies erneut eiskalt zu nutzen. Jetzt sollte es schwierig werden für die Pingis, nachdem Trockau nun über den Kampf wieder besser ins Spiel fand und auch wieder besser stand. Zu Chancen kam der A-Klassist aber im weiteren Spielverlauf dennoch. Doch gegen kampfstarke Trockauer kam Kirchenpingarten nicht noch einmal ran. Immer wieder war entweder ein Fuß dazwischen oder Christopher Schüssel konnte seinen Kasten sauber halten. Auf der anderen Seite musste die SSV-Elf auch weiterhin auf der Hut vor den brandgefährlichen Kontern des Kreisklassisten sein. Als aber weder Christian Scherm noch Fabian Pscherer den Ball über die Torlinie bekamen, lief die Zeit immer mehr für die Trockauer Elf. Als Andreas Schmitt dann in der Schlussphase das vierte Tor nachlegte, war Trockau endgültig auf der Siegerstraße und damit weiter in der Kreisklasse.

Trockau bleibt Kreisklassist – Pingarten nun gegen Glashütten

„Vor einem halben Jahr waren wir abgeschrieben, jetzt halten wir die Klasse“, konnte es Maximilian Held nach dem Schlusspfiff selbst noch nicht ganz fassen. Nach einer schwachen Vorrunde sicherte sich seine Elf mit einem starken Endspurt doch noch die Klasse – und das aufgrund eines Traumstarts auch gleich in der ersten Relegationsrunde. Nicht viele sahen im Vorfeld dagegen vielmehr den A-Klassisten vorne. „Da kam auch schon alles zusammen heute“, haderte Stefan Schober auf der anderen Seite mit der Begegnung, die seine Elf in der Anfangsviertelstunde verloren hat. Denn nach dem Fehlstart zeigte der A-Klassist, was er spielerisch drauf hat. Das reichte dann jedoch nicht mehr zur Aufholjagd, weil man sich in der zweiten Halbzeit den gleichen Fehler noch einmal leistete. Jetzt will man es in der zweiten Runde gegen Glashütten besser machen und dann eben drei Tage später die Rückkehr in die Kreisklasse feiern.

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