FSV mit der nötigen Geduld

Bericht erstellt von Hans Wunder Redaktion anpfiff.info

Beim Derby waren die Rollen ungleich verteilt. Während die Heimelf um den Klassenerhalt
kämpft, strebt der FSV nach Höherem.

„Wir wollen an den vorderen Plätzen dranbleiben, auch
wenn es heute schwer werden wird“, gab der Gästecoach zu Protokoll. Denn nicht nur
Spielertrainer ‚Pepi“ Gashi selbst hatte es mit einem Muskelfaserriss erwischt. Insgesamt
fehlten 15 Mann aus dem FSV-Kader aus Verletzungsgründen. Ganz andere Sorgen hatte
Trainer Gerd Bernt von der einheimischen SG Trockau. Nach dem Wechsel auf der Position des
Co-Trainers galt es, wieder Ruhe und Konzentration zurückzugewinnen. Freilich fehlte mit
Abraham der neue zweite Mann aus beruflichen Gründen, der als Angreifer zudem für neuen
Schwung sorgen soll. Für ihn rückte Andreas Schmitt in die Spitze. Damit hofften die
Trockauer, zumindest einen Zähler gegen die ambitionierten Gäste zu ergattern.

Gerade in den ersten Minuten war die SG-Abwehr noch nicht richtig im Bilde. Nach einem
technischen Fehler durfte Christoph Müller von der Strafraumlinie abziehen, traf aber nur den
Außenpfosten (2.). Zwei Minuten später krachte schon wieder das Gebälk. Nach Eckball von
links stieg der körperlich robuste Dilane Mayenkio hoch und visierte die Unterkante der Latte
an. Statt der Gästeführung sahen die 150 Zuschauer bei Kaiserwetter in der Folgezeit aber
den ersten Trockauer Treffer. Dabei wurde der Einsatz von Felix Lodes mit einem Freistoß
belohnt und als Kapitän Jannik Bernt an der Fünfmeterlinie zum Kopfball kam, rauschte die
Kugel zum 1:0 (10.) ins lange Eck. Doch die Schnabelwaider waren keinesfalls geschockt und
schienen die Worte ihres Trainers zu beherzigen, der rief: „Geduldig bleiben.“ Freilich profitierte
der FSV davon, dass sich Rechtsverteidiger Mannschedel erst auf einen Zweikampf einließ
und dann auch noch ausrutschte. Als Maximilian Schreiber schließlich in Mittelposition
bedient wurde, gab er eine eindrucksvolle Kostprobe seiner Schusstechnik und zirkelte das
Leder zum 1:1 (17.) ins rechte Eck. „Ich muss dann eben auch einmal auf Sicherheit gehen.
Das war der Knackpunkt“, stöhnte Trainer Bernt. Danach kamen seine Schützlinge nach
weiten Schlägen und Freistößen zu der einen oder anderen guten Gelegenheit, aber keinen
weiteren Treffer. „Wir wussten, dass Trockau mit diesen Mitteln operiert. Das ist schwer zu
verteidigen“, meinte Gashi. Seine Schützlinge hatten zwar ein spielerisches Übergewicht, aber
nach dem Ausgleich kaum noch zwingende Chancen. Immerhin deutete Enis Gashi, der früh
von der Bank gekommen war, seine Torgefährlichkeit bei einem Kopfball an, der in den Armen
von Keeper Adehardt landete.

Mit dem Freistoß-Schlenzer von Ismail, der knapp am Posten vorbeirrauschte, bekräftigte
Schnabelwaid, dass man sich mit dem Remis nicht zufriedengeben will. Im Gegensatz zur
ersten Hälfte kreuzten nun fast nur noch die FSV-Spieler gefährlich vor dem gegnerischen Tor
auf. Als Maximilian Schreiber nach einem Torwartabschlag das Leder im Strafraum
kontrollieren konnte, brannte es vor dem SG-Tor. Aber erst wurde der Torjäger zu weit
abgedrängt und verzettelte sich dann im Zweikampf. Die Platzherren hätten dann erneut fast
aus dem Nichts zugeschlagen. Nach einem Eckball kam Philipp Schmidt aus dem Gewühl zum
Abschluss, traf aber nur den Pfosten (66.). Das war das letzte Lebenszeichen der Heimelf, die
wenig später in Rückstand geriet. Wieder war es ein ruhender Ball – dieses Mal ein Freistoß
von rechts – als das Leder Torjäger Enis Gashi vor die Füße fiel. Der Rest war für den Torjäger
kein Problem, denn gegen seinen Volleyschuss zum 1:2 (66.) war kein Kraut gewachsen. Als
dann Krämer auf der anderen Seite seinen Freistoßheber über den Kasten setzte, nahte die
Vorentscheidung. Maximilian Schreiber bediente Marco Bauer und der frühere Laiecker passte
von der Grundlinie so präzise in die Mitte, dass Mayenko nur noch den Fuß zum 1:3 (71.)
hinhalten musste. Obwohl noch etwa 20 Minuten zu spielen waren, merkte man nun bei den
Gastgebern zunehmende Resignation aufkommen. Schnabelwaid hätte jetzt weiter erhöhen
können, doch der eingewechselte Koc suchte die schwierige Lösung statt den
einschussbereiten Schreiber zu bedienen. Der durfte sich dann aber doch noch einmal in die
Torschützenliste eintragen. In der Nachspielzeit war es erneut Bauer, dessen Linksflanke beim
1:4 (94.) im Torjäger einen dankbaren Abnehmer fand. Der Referee pfiff anschließend gar nicht
mehr an.

Für die Trockauer bleibt es weiter eine knüppelharte Saison. Der gute Start ist längst
vergessen und die siebte Niederlage am Stück drückt mächtig auf das Selbstvertrauen. Eine
Halbzeit bot die Bernt-Elf gegen die versierten Gäste eine ordentliche Partie, ließ aber
besonders nach der Pause den unbedingten Kampfwillen vermissen, der notwendig ist, wenn
man das Abstiegsgespenst bannen will. Die Schnabelwaider dürften weiter kräftig oben
mitmischen – zumal, wenn Spielertrainer Gashi wieder fit ist.

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